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Das Handicap soll nicht zur Isolation führen

Birkenau. Der gemeinnützige Verein PRO DOWN aus Heidelberg hat sich zur Aufgabe gemacht, Freizeiteinrichtungen und Projekte zur fördern oder zu initiieren, die langfristig die Integration von behinderten Kindern und Jugendlichen, möglichst wohnortnah, umsetzten. Die Ballschule Birkenau unterstützt PRO DOWN in ihren Bemühungen, behinderte Kinder zu integrieren, durch die Finanzierung einer zusätzlichen Übungsleiterin (wir haben ausführlich berichtet).

Geistig behinderte Kinder sind in erster Linie Kinder. Sie wollen mit anderen Kindern oder Jugendlichen ihres Alters zusammen sein und spielen, Sport treiben oder musizieren. Der Umgang nicht behinderter Kinder mit behinderten Kindern im Alltag ist heute immer noch nicht selbstverständlich, da die ungewohnte Begegnung beide Seiten verunsichert. Zwar gibt es Vereine (beispielsweise Turnvereine), die prinzipiell offen für die Aufnahme und das Mitmachen von Behinderten sind, jedoch werden sie häufig dem erhöhten Betreuungsaufwand und Förderbedarf nicht gerecht. Konkret sieht die Situation dann so aus: Zwar darf das Kind mit Handicap am Turnen teilnehmen, es steht aber nur dabei und schaut zu – oder traut sich nicht so recht. Der Übungsleiter oder Betreuer, der für 15 bis 20 Kinder zuständig ist, kann sich leider nicht in ausreichendem Maße um Einzelne kümmern, ohne dass die Anderen zu kurz kommen. Der Betreuer sowie das behinderte Kind sind überfordert.

Auf Begleitung angewiesen

Geistig behinderte Jugendliche sind sehr häufig auf Begleitung und Betreuung angewiesen. Dieser Umstand macht es für die so schwer, normale Kontakte zu Gleichaltrigen zu knüpfen und zu pflegen. Gleichaltrige „Normalos“ beginnen sich zu dieser Zeit allmählich vom Elternhaus zu lösen und sich erste Freiräume zu schaffen. Häufig unterscheiden sich zudem noch die Interessenslagen, die Fähigkeiten und die sprachlichen Kompetenzen der Jugendlichen mit Handicap gravierend von denen ihrer Altersgenossen.

Erschwerend kommt hinzu, dass behinderte Kinder und Jugendliche in der Mehrzahl der Fälle nicht wohnortnah unterrichtet werden können Sie werden von Bussen in die Sonderschule oder in die integrativen Außenklassen gebracht und auch wieder abgeholt. Durch die weite Entfernung der Schüler zueinander ergeben sich keine spontanen Treffs oder nachmittägliche Verabredungen. Auch kann sich keine Freundschaft entwickeln, die auf gegenseitigem Verständnis, ähnlichen Fähigkeiten, Hobbys und Interessen aufgebaut ist. Was bleibt ihnen also anders übrig als die Nachmittage mir fernsehen, Computer spielen und essen zu verbringen? Die Kinder und Jugendlichen mit Handicap gelangen so in eine Art „soziale Isolation“. Man weiß heute, dass seelische Gesundheit und ein erfülltes Leben in sehr engem Zusammenhang stehen.

Deshalb wurde im März der gemeinnützige Verein PRO DOWN gegründet, der sich fast ausschließlich aus Spenden finanziert. Ziel ist es, integrative Projekte am Wohnort der behinderten Kinder zu schaffen oder zu fördern.

In den Freizeittreffs, Kursen und Projekten finanziert PRO DOWN die zusätzlichen Pädagogen oder Übungsleiter, die notwendig sind, um behinderte Kinder und Jugendliche zu integrieren.

(Quelle: WNOZ, Dezember 2009)

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Von Vanessa Falter | 10.August 2010

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